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Jusos diskutieren mit Vertretern der IG Metall

Pressemitteilungen

Am vergangenen Dienstag war es soweit, der letzte Teil der Gewerkschaften war bei den Jusos zu Gast. Nach den beiden ersten Gästen von ver.di und der GEW, handelte es sich beim Großteil der Zuhörer allerdings keineswegs um Profis im Bereich Gewerkschaften. Die meisten Gäste waren das erste Mal bei den Jusos. Daher ging es zu Beginn erneut um die allgemeine Rolle einer Gewerkschaft.

 

Der Vortrag von Dejan Wick, Jugendsekretär der IG Metall in Albstadt und im Gegensatz zu den anderen Gewerkschaftsvertretern ein Vollzeit-Beschäftigter, begann erstmal aus  historischer Sicht. Der gemeinsame Anfang mit den Parteien, insbesondere natürlich mit der SPD, war ein wichtiger Punkt für die Anwesenden und es wurde bedauert, dass man heute nicht mehr ganz so eng, Hand in Hand geht.

Einige wenige Dinge wussten die meisten aus dem Geschichtsunterricht, beispielsweise, dass es sich um die Zeit der Industrialisierung und Verstädterung handelte. Wick brachte es auf den Punkt, damals „als der Kapitalismus zur Herrschaftsform wird“. Die Eigentümer der Produktionsmittel, also der Maschinen, hatten die Arbeiter komplett unter Kontrolle, da diese auf Arbeit angewiesen waren, sie wurden ebenfalls behandelt, wie das Inventar. Doch die Arbeiter merkten, dass sie etwas erreichen können, wenn sie sich zusammenschließen. Das Zusammenschließen wurde am Abend noch mehrmals angesprochen.

Neu war für viele, dass die Gewerkschaften damals eher nach Tätigkeit oder sogar nach Konfession organisiert waren. Mit der zunehmenden Spezialisierung wurden die Gewerkschaften damit immer schwächer. Erst gegen Ende des Nationalsozialismus in Deutschland 1945 beschloss man Einheitsgewerkschaften zu gründen, welche nach dem Wirtschaftsbereich verbunden waren. Man vermutet, dass die Machtübernahme hätte verhindert werden, wenn dies bereits früher der Fall gewesen wäre. Ebenfalls in dieser Zeit wurde VW zum Vorbild der herrschende Arbeitnehmerrechte, denn die Gründung der Volkswagen Werke in Wolfsburg ist auf das Verbot und die Enteignung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten zurückzuführen. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang auch angesprochen, dass es in vielen asiatischen Ländern, wenn überhaupt, nur kleine Gewerkschaften gibt, die alleine nichts erreichen können.

 Ein Punkt für die Jusos war auch die Rolle des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder,  unter welchem die Flächentarifverträge abgeschafft wurden, seitdem gibt es eine Vielzahl an Ausnahmen für lokale Unternehmen. Beispielsweise bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die schwierige Frage bei dieser Sache: Was ist mehr wert, ein vernünftiger Lohn oder ein Arbeitsplatz?

Wick brachte zur Sitzung zwei weitere Vertreter der IG Metall mit. Dabei handelte es sich um Mareike Urbon, Jugend- und Auszubildendenvertreterin im Hammerwerk in Fridingen, und Kalle Günzel-Mispelhorn, Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei Bizerba in Balingen. Sie konnten uns speziell von der Situation der jungen Leute in den Unternehmen berichten. Viele seien verunsichert durch ihre Vorgesetzten, obwohl man ihnen einen besonderen Rahmen zur Mitsprache liefert. Auch die unbefristete Übernahme, welche eigentlich ein Verdienst der IG Metall ist, sei ein Problem, eben durch besagtes Problem der nicht einheitlichen Verträge. Hier und dort gäbe es immer wieder Ausnahmen. Für junge Leute ist es natürlich gut zu wissen, dass sie ihren Platz behalten können, da waren sich die Jusos einig und auch darüber, dass überhaupt jeder Betrieb Ausbildungsplätze stellen sollte, was bei uns im Südwesten allerdings längst nicht so problematisch ist.

Die Diskussion und die Unterhaltungen führten noch zu weiteren wichtigen Erkenntnissen, beispielsweise, dass die Gewerkschaften nur funktionieren, wenn auch Leute mitmachen. Genauso übrigens die Jugendbeteiligung, diese wird das nächste Thema der Jusos in Albstadt sei, dann am 16. November wieder um 19 Uhr im Kunst-Werk-Haus. Es wird versucht, andere Jugendgruppen mit ins Boot zu holen, daher darf man hier gespannt sein.

 
 

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