Jusos Albstadt - Junge Sozialdemokraten für Albstadt.

Ver.di zu Gast bei den Jusos Albstadt (29.09.)

Pressemitteilungen

Im Ebinger Kunst-Werk-Haus hat auf Einladung der Albstädter Jusos der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Zollernalbkreis, Manuel Schmoll, die Gewerkschaft ver.di vorgestellt. Dazu gehörte im Bereich der Tarifverhandlungen beispielsweise die Bezahlung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Kindergärten und Kindertagesstätten. Bei den Tarifverhandlungen in diesem Bereich spielt ver.di eine wichtige Rolle.

Welche Auswirkungen ein Streik bei Sozial- und Erziehungsdiensten hat, wurde im Mai 2015 sichtbar, als bundesweit für eine bessere Bezahlung in Kindergärten und Kindertagesstätten gestreikt wurde. Nach einigen Wochen des Streiks wurde schließlich ein Tarifvertrag zwischen den Arbeitgebern (Kommunen) und ver.di für die Beschäftigten beschlossen.

Auch die GEW war bei den Tarifverhandlungen eine treibende Kraft und man kann hoffen, dass die Gewerkschaften sich hier auch in Zukunft für die Arbeitnehmer einsetzen. Denn immer noch ist die durchschnittliche Bezahlung in diesem wichtigen gesellschaftlichen Bereich für die meisten Beschäftigten zu gering. Dies lässt sich auch anhand der knappen Abstimmung am Ende der Tarifverhandlung bestätigen.

Außerdem wurde über die zweifelhafte Praktik mancher Unternehmen gesprochen, welche Aufträge an selbständig Tätige vergeben, die eigentlich nur für diese Unternehmen arbeiten. Sie sind dann quasi selbständig obwohl sie nur einen Arbeitgeber haben – dieser spart sich hierdurch die Sozialabgaben und eine reguläre Bezahlung nach Tarif, was aus Sicht des Arbeitnehmers schlicht gleiche Arbeit zu geringerem Lohn im Vergleich zum angestellten Kollegen bedeutet. Allgemein werden auf diese Weise Arbeitnehmerrechte eingeschränkt, da sie offiziell nicht als Arbeitnehmer gelten. Selbst ein geplantes Gesetz zu Werkverträgen würde diese Problematik nicht lösen.

Über die allgemeine Gewerkschaftsarbeit gab es ebenfalls Informationen. Die ver.di-Mitgliedschaft kostet 1% des monatlichen Einkommens. Als Gewerkschaftsmitglied bei ver.di hat man dann neben den regelmäßigen Tarifabschlüssen mit den Lohnerhöhungen Anspruch auf kostenlosen Arbeitsrechtsschutz, Lohnsteuerberatung, die Fort- und Weiterbildungsangebote von ver.di sowie allgemein Hilfe bei Fragen rund um die eigene Beschäftigung und die Rechte als Beschäftigter. Leider ist die Anzahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer in den letzten 30 Jahren deutschlandweit gesunken. Doch gerade die Gewerkschaften sind ja das Sprachrohr der Arbeitnehmer und der starke Vertreter deren Interessen, wie es die Arbeitgeber in ihren Verbänden sind.

Zuletzt wurden noch kommunale Themen angesprochen. Das es eigentlich in keinem Interesse liegen kann, wenn durch die Schließung eines Krankenhauses viele Stellen entfallen, darin waren sich alle Anwesenden einig. Die Jusos einigten sich dabei außerdem auf das Statement, dass Gesundheitsversorgung keine grünen Zahlen schreiben muss. Ein weiterer Punkt waren die Betriebs- und Personalräte als Interessenvertreter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Wichtigkeit die Jusos unterstrichen. Hier gibt es leider nach wie vor Unternehmen, die geschickt die Gründung von Betriebsräten verhinderten, so Schmoll. Das Ergebnis eines betriebsratsfreien Unternehmens ist meist eine geringere Bezahlung der Beschäftigten, weniger Urlaub und längere Arbeitszeiten.

Die Jusos, unter denen an diesem Abend bereits ein paar neue Gesichter zu sehen waren, bedankten sich bei Manuel Schmoll und blickten bereits auf den nächsten Termin am 25. Oktober mit Dejan Wick von der IG Metall. Dieser Termin findet wieder um 19 Uhr im Kunst-Werk-Haus in Ebingen statt, neue Interessierte an der gewerkschaftlichen und politischen Arbeit sind wie immer herzlich willkommen!

 
 

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